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Im Oktober 2013 schrieben wir an dieser Stelle: “Wachsende Flüchtlingsströme als Folge völkerrechtswidriger Angriffskriege der USA und ihrer Verbündeten, großräumiger Naturkatastrophen oder ganz einfach weil sich Menschen im vermeintlichen 'Schlaraffenland Deutschland' versorgen lassen wollen, lassen seit Jahren die Asylbewerberzahlen in der BRD und damit auch in Sachsen Anhalt dramatisch ansteigen.” Zwei Jahre vor Beginn der neuen Völkerwanderung galten im Salzlandkreis die Kapazitätsgrenzen als ausgereizt.

  

Deshalb griff bereits damals die Kreisverwaltung zu Notlösungen, bei denen ehemalige Schulen, wie die Schifferschule in Schönebeck, für die Unterbringung umfunktioniert wurden. Probleme wurden meist unter der Decke gehalten. Berichte über Tätlichkeiten im Umfeld des Heims erreichten die Lokalpresse nur dann, wenn die Angriffe von außen kamen. Nachrichten über verstopfte sanitäre Anlagen oder „verschwundene“ Schafe auf einer benachbarten Weide mussten in der Gerüchteküche bleiben.

 

Auch im Jahr 2018 bleibt die Zuwanderung ein Thema. Man richtet sich sogar auf steigende Zahlen ein. Aus dem einstigen Lehrlingswohnheim ist auf Dauer eine Bleibe für die ungebetenen Gäste geworden. Es wurde inzwischen als „Übergangswohnheim” hergerichtet. Damit ist nicht etwa eine Überbrückung bis zur Abschiebung gemeint. Im Gegenteil - laut Volksstimme leben dort seit dem vergangenen Dezember sogenannte “bleibeberechtigte Ausländer, die auf dem freien Markt noch keine eigene Wohnung finden” und aus Syrien, Eritrea und Afghanistan stammen.

  

Der finanziell angeschlagene Salzlandkreis lässt sich die Unterbringung einiges kosten. “In insgesamt vier eigene Übergangsheime und Gemeinschaftsunterkünfte in Aschersleben, Bernburg und Schönebeck hat der Landkreis nach eigenen Angaben seit 2015 rund 3,3 Millionen Euro an Investitionen aufgewendet. Rund 1,8 Millionen Euro davon wurden über Fördermittel erstattet. Daneben sind zurzeit 312 Wohnungen angemietet, von denen rund zwei Drittel belegt sind.”

  

Einen vorsichtigen Blick in die Zukunft wagt das Regionalblatt auch: “Die anderen dienen als Reserve oder werden gerade für eine Nutzung hergerichtet. In Anbetracht der in den kommenden Monaten zu erwartenden Zuweisungen weiterer Menschen wird der Salzlandkreis diesen Bestand im Wesentlichen aufrecht erhalten.” Gute Aussichten in einem Land, in dem wir “gut und gerne” leben - oder vielleicht doch nicht?