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So könnte man die überraschende Initiative des Bildungsministers Marco Tullner überschreiben. So lautete aber auch der Titel einer aktuellen Debatte, die am 18.April 2013 im Sächsischen Landtag stattfand.

 

Damals forderte der Abgeordnete Mario Löffler (NPD) im Namen seiner Fraktion eine realistische und leistungsgerechte Bildungspolitik ohne ideologische Scheuklappen. Grund hierfür war, dass sich bereits 2013 Berichte über negative Erfahrungen mit dem inklusiven Modell aus zahlreichen Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt häuften. Ziel war es, den Erhalt der Förderschulen und eine Abkehr vom Inklusionsmodell, also der gemeinsamen Beschulung von nichtbehinderten mit körperlich oder geistig behinderten Kindern für den Freistaat Sachsen zu erreichen.

 

Die Erkenntnis, dass die „totale Inklusion“ ein Irrweg war, scheint sich langsam auch bei etablierten Politikern zu verbreiten. Nur offen zugeben wollen sie ihren Fehler meist noch nicht. Es ist jedoch nicht mehr zu vertuschen, dass die gängige Inklusions-Praxis zum Nachteil aller Schüler verläuft. Pädagogische Kräfte und Förderschul-Lehrer müssen als Lückenbüßer Unterrichtsausfälle vermeiden helfen. Ihre eigentliche Aufgabe, sich den behinderten Schülern zu widmen, können sie im Schulalltag immer seltener erfüllen.

 

Ein Auszug aus dem Redebeitrag des Abgeordneten Jürgen Gansel zeigt in aller Klarheit, dass die heute allgemein bekannten Probleme für jeden bereits erkennbar waren – wenn man denn wollte:

 

„Die Lehrer dieser Schule (gemeint ist die 101. Mittelschule „Johannes Gutenberg“ in Dresden) mit 332 Schülern, davon sage und schreibe 143 nichtdeutsche, schildern in ihrem Brief anschaulich die nahezu unüberwindbaren Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Inklusionsideologie. Auch zahlreiche Erfahrungsberichte aus Bremen, Hamburg oder Sachsen-Anhalt zeigen die negativen Folgen einer ebenso rücksichtslosen wie engstirnigen Inklusionspolitik, die letztlich gar keinen Schülern gerecht wird, weder den behinderten noch den nichtbehinderten.“

 

Jürgen Gansel zur schulpolitischen Grundsatzposition seiner Fraktion:

 

„Für die NPD ist es eine anthropologische Grundtatsache und eine pädagogische Binsenweisheit, daß Kinder mit unterschiedlichen Leistungs- und Begabungsprofilen auch unterschiedlich beschult werden müssen. Eine leistungs- und begabungsgerechte Unterrichtung der Schüler mit möglichst individueller Förderung der Schüler mag aus Sicht linker Bildungsideologen zwar ‚inklusionswidrig‘ sein, aber sie ist das Richtige für alle Schüler, ob mit oder ohne Behinderung. Die ‚Schule für alle‘, die von allen Linken ersehnte Einheitsschule, ist schülerfeindlich, weil sie die einen Schüler ständig unterfordert und die anderen überfordert. Ein vernünftig gegliedertes Schulsystem mit finanziell gut ausgestatteten Förderschulen wird Schülern mit Behinderungen eindeutig besser gerecht als das Inklusions-Gedöns linker Schulpolitiker.“

 

Hinzu komme die schlichte Nicht-Finanzierbarkeit eines neuen inklusiven Schulsystems. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung besage, daß alleine in Sachsen jährlich 114 Millionen Euro für 1.600 zusätzliche Lehrkräfte gebraucht würden, um inklusiven Unterricht in angemessener Qualität anzubieten. Gansel abschließend: „114 Millionen Euro zusätzlich für Inklusionsexperimente, obwohl die Schulen schon jetzt unterfinanziert sind! Für die NPD müssen erst einmal der Lehrermangel und der Unterrichtsausfall bekämpft werden, bevor man sich millionenschweren schulpolitischen Blütenträumen hingibt. Wir brauchen keine Konfusion durch Inklusion, sondern eine bessere Lehrer- und Unterrichtsversorgung an den bestehenden Schulen. Alles andere schadet den Schülern und ihren Eltern und Lehrern.“

 

Dem wäre nichts hinzuzufügen, wenn sich die Politik endlich den Realitäten stellen würde. Doch auch Tullners Vorstoß will nicht die Fehler der Vergangenheit korrigieren. Seine Koalitionspartner halten wie die Linken weiter an dem Irrweg der Einheitsschule fest. Auch materiell gibt es Probleme, die einer Rückkehr zum bewährten Förderschulsystem im Wege stehen: Die Gebäude wurden inzwischen anderen Nutzungen (darunter als Asylunterkunft) zugeführt oder stehen leer und verfallen.

 

Das einstmals weltweit anerkannte Bildungswesen Deutschlands ist kaum noch wiederzuerkennen und wird weiter Richtung Abgrund taumeln, wenn keine grundlegende Wende (nicht nur) in der Bildungspolitik erfolgt!