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Es war Freitag spät abends und wir saßen so schön bei Bier, Wein und Gesang wie in Junkers Kneipe, in einem kleinen Waldhotel im Harz, j.w.d. hinter Nordhausen, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen und so weit kein Antifalatsch trägt. Die gemütlichen Abende sind ja das Schlechteste nicht an Lesertreffen, zumal einer herausragenden Zeitschrift, mit diversen interessanten Vorträgen, unter Freunden und bekannten Gesichtern aus allen Gauen Deutschlands.

 

Genau das war aber wohl dem Erfurter ZK-Vorsitzenden Ramelow und seinem Berija im Kleinformat, Glaubensbruder Kramer, ein Dorn im Auge, denn mit der zehnten Stunde rückte plötzlich die Zweite Hundertschaft der Thüringer Bereitschaftspolizei an und umstellte das Gebäude. Schluß mit Bruder Lustig, denn eine schräge Gestalt – von langjährig verantwortungsvoller Arbeit und Alkohol gezeichnet - betrat mit Gefolge den Saal und rief schwer verständliche Worte wie „polizeiliche Maßnehme“ und daß wir alle einzeln hinaus ins Dunkle treten müßten, um unsre Personalien festzustellen zu lassen.

 

Wie sich nun herausstellte, war es diese ruhmreiche Hundertschaft, auf gut Deutsch Schlägertruppe Ramelows, die den versammelten Terroristen Mores lehren sollte. Allerdings war der weit überwiegende Teil dieser anwesenden Damen und Herren bereits im fortgeschrittenen Alter von über Sechzig bis an die Neunzig. Die mitgeführte Feldscherin mußte daher gleich erst mal einen ob der Aufregung Zusammengebrochenen behandeln. Als ich gegen Elf ins gespenstige Freie geführt wurde, war auch bei mir nach Herausgabe der Ausweise Schluß mit Duldsamkeit. Taschen leeren und Foto im Lichtkegel eines Scheinwerfers mit großer Nummer vor der Brust - also erkennungsdienstliche Behandlung - ging mir zu weit. Auf Nachfrage warum und nach der rechtlichen Grundlage blieben sie jede Antwort schuldig. Sie hofften wohl, den formal erforderlichen Grund bei der Razzia zu finden.

 

„Aha, in Hamburg und anderswo, bei Antifa und Ausländern zieht ihr den Schwanz ein! Aber gegen einen Haufen alter Deutscher seid Ihr mutig, holt den großen Knüppel raus?“ Nun, darauf wurden mir mit Gewalt die Taschen geleert. Ja, wenn es wenigstens Frauenhände gewesen wären, die mir vorn und hinten in die Hosen grapschten! Aber womöglich Schwule? Igittigitt! Danach kam das Erbärmlichere: Ich wurde vor das Metallgitter geschleift, in den Lichtkegel, wo die fotografische Hinrichtung stattfinden sollte. Konnte aber kurz entkommen. Nun hingen plötzlich etliche Polizisten an mir, drehten mir die Arme auf den Rücken, die Handgelenke um und Handschellen um dieselben. Schon seit Jahren habe ich die Arme nicht mehr so weit auf den Rücken bekommen wegen meiner Arthrose. Aber sie schafften es auf Anhieb, begleitet von einem Knirschen in den Schultern. Einer riß mir den Kopf nach oben ins Licht. Natürlich wurde noch ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstandes gegen die Gewalt des Staates eröffnet. Aber das führten dann zwei herauf beorderte, ganz anständige Kripobeamte aus Nordhausen weiter, die mit denen – wie sie versicherten – nichts zu tun hätten. Die angebotenen Schmerzmittel besagter Feldscherin des besagten Haufens lehnte ich lieber ab. Ihren Behandlungsmethoden traute ich nicht.

 

Einige Gäste wurden im Schlafanzug aus den Zimmern geholt, wie der Referent Dr. Thomas Sunic aus den USA. Er hat im Nachhinein dem kleinen Thüring‘schen Stalin einen gepfefferten Dankesbrief geschrieben mit dem Versprechen, besagte „Behandlung“ drüben publik zu machen. Mein guter Bekannter Johann meinte später, solches Bild – mit Nummer vor der Brust – ist das letzte, was er von seinem Großvater hat. Vierzehn Tage später habe ihn Stalin und der echte Berija erschießen lassen. Nun, sie haben uns diesmal laufen gelassen. Kommen wir das nächste Mal auch ins Lager? Ich war gegen zwei Uhr wieder frei. Als sie mir meine Aktentasche aushändigten, fehlten die zweihundert Euro Notgeld, die im Kalender deponiert waren, für den Fall noch längerer Abende. Also gleich noch eine Diebstahlanzeige aufgegeben, was ihnen absolut nicht so richtig angenehm war.

 

Ich war Feinfrost, da nur in Hemd und Weste und barfuß in Sandalen! So wie meist bis Ende September, natürlich sonst nicht fürs Rumstehen im Freien. Durch diesen Umstand bemerkte ich erst beim späteren Auftauen der Füße im Waschbecken, daß ein Zehennagel so merkwürdig nach oben storpelte. Als ich ihn richten wollte, verließ er seinen angestammten Platz und versank im Syphon. Dann kamen das Blut und mit der Wärme auch die Schmerzen. Der Zehennagel hatte gegen ihre Stiefelnägel keine Chance gehabt so wie die versammelte Gesellschaft keine gegen dieses Überfallkommando.

 

Nun gut, ihr wollt Blut sehen, ihr Ramelows und Kramers, Maas‘ und Kahanes. Ihr redet von Haß und ihr erzeugt ihn. Aber ihr kennt eventuell die Verheißung „Wer das Schwert zieht…“ usw. oder die Sache mit dem „Wind säen…“. Hoffentlich haltet ihr den Sturm dereinst auch so gut aus. 1990 war ich gegen jede Form der Rache angesichts der deutschen Einigung. Und heute? Die SED-Täter handelten oft aus guter Überzeugung, vermeintlich sogar für ihr Volk. Ihr dagegen seid die billigen Schergen der Besatzer und Globalisierer, die willigen Vernichter unseres Volkes. Und so spüre ich eine wachsende Sympathie für die Regularien der französischen Revolution bzw. die Landsberger Methode.

 

Nirgends in den Medien hat man etwas von dieser Nacht- und Nebelaktion verlautbaren lassen. Fast wie bei der südländischen Silvesterfete in ‚Kölle am Rhin‘. War es ein Flop, weil nicht einmal Waffen gefunden wurden, ‘mal von meinem ca. fünf Zentimeter „großen“ Taschenmesser abgesehen, welches sie natürlich beschlagnahmten. Würde vielleicht manch Thüringer mit Unverständnis reagieren, zumindest diejenigen, die vom Tourismus leben? Oder war es Ausbruch eurer ohnmächtige Wut über die großartigen rechten Konzerte in Themar? Der Ramelow-Stalin hat ja verkündet, deshalb zukünftig weiter zu gehen, als das Gesetz es erlaubt. Wie seinerzeit Amtsbruder Beckstein in Bayern im Kampf gegen Rechts. Dergleichen Ist wohl inzwischen Alltag im BRD-Rechtsstaat. Und niemanden stört’s?

 

Die Stasi hat mich als Vierzigjährigen anständiger behandelt als ihr den Achtundsechziger! Dies ist eine bittere Pille und Wahrheit der freiheitlich-demokratischen Staatssimulation. Es ist wie das Amen auf das Buch des Vorsitzenden des Deutschen Richterbundes, Jens Gnisa, „Das Ende der Gerechtigkeit“. Zugleich zeigt es auf, daß nach der Verpuffung der Simulation es überall noch genügend anständige Deutsche für einen Neuanfang geben wird. Aber vielleicht schicken auch vorher schon die Thüringer ihren kleinen Stalin samt Berija in die Wüste, als den gräßlichsten Irrtum ihrer jahrtausendalten Geschichte.

 

Und ich verspreche euch in eure blutigen Hände: Die Kommunisten konnten mich nicht brechen – Ihr erst recht nicht! Auch beim nächsten Lesertreffen bin ich wieder dabei. Und selbstverständlich kriegt Ihr auch Strafanzeigen und Klagen, also Arbeit an den Hals!