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Er hätte vielleicht der erste AFD-Bürgermeister Deutschlands werden können, der Schneider von Naumburg, und dazu nicht mal einen Flugversuch von den Türmen des Domes wagen müssen wie einst der Ulmer. Ja, wenn er eben die Tapferkeit eines Schneiderleins besäße, wie es sie noch zu Zeiten des Deutschen Reiches gab! So aber hat er seiner Partei öffentlich abgeschworen, sich ihr aber auch ganz gewiß nicht wieder zu nähern.

 


Immerhin hatten bei der letzten Landtagswahl die AFD-Kandidaten hier im Burgenlandkreis der CDU zwei von drei Direktmandaten abgenommen und wie hat’s man noch im Ohr: „Nichts ist unmöööglich!“ Genau DAS muß den Netzwerkern des tiefen demokratischen Staates wohl wie ein fürchterliches Menetekel in den schönsten Träumen des bestens honorierten Büroschlafs vor Augen gestanden haben. Und da das Schneiderlein nach zehnjähriger Bundeswehrzeit nunmehr in die niederen Amtsräume der Teucherner Stadtverwaltung umgesattelt hatte, führte man ihm sicher schleunigst und intensivst und noch eindringlicher vor Augen, wie das mit den Karrierechancen eines AFD-Mannes im öffentlichen Dienst so aussieht: Nämlich so was von trostlos! Dagegen wäre seine Zeit in Afghanistan wie ein Urlaub in den hängenden Gärten der Semiramis gewesen. Berufslebenslanges Abhängen im Beförderungsstau.

 

Das Dumme dabei: An seinen in der öffentlichen, hochnotpeinlichen Kandidatenvorstellung geschilderten Beitrittsgründen zur AFD hatte sich nullkommanichts geändert, also solche wie ewiger Krieg in Afghanistan, Asylantenflut und trübe Rentenaussichten für seine Generation. Das heißt für den kritischen Beobachter, daß sein plötzliches Umdenken oder Umfallen sehr zwingende oder/und verlockende Gründe gehabt haben muß, wenn es nicht nur einfache Wankelmütigkeit war.

 

Das frühere tapfere Schneiderlein hatte mit Mut und Mutterwitz größte Gefahren und Aufgaben bestanden und es bis zu Königstochter und -reich geschafft, man möchte fast sagen mit Zivilcourage, wenn dieser Begriff nicht so total demokratisch „versifft“ wäre. Das heutige Schneiderlein dagegen hat nicht einmal die militärische Courage, zu seinen Überzeugungen zu stehen. Es muß irgendwie mit den jeweiligen Systemen zu tun haben, was für Menschen und Charaktere darin herangebildet werden.

 

Allerdings wird eine Prognose ziemlich sicher sein: Egal wie die Bürgermeisterwahl nun ausgeht – er liegt mit dem heimischen Matador gleichauf – dem modernen Schneiderlein wird ein erfolgreicher Weg im modernen demokratischen Wertesystem, sprich linken Netzwerk, sicher sein. Er ist wie geschaffen dafür, denn die bekehrten sind die treuesten Diener. Ob das gut ist für Stadt und Amt, steht auf einem ganz anderen Blatt.