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Erstaunlich schnell haben sich die Spitzen von CDU, SPD und Grüne in der Nacht zum Sonnabend auf ein gemeinsames Regierungsbündnis verständigt. Dabei sah es am Tag zuvor noch ganz anders aus.

 

Einige CDU-Abgeordnete nahmen an der Protestkundgebung der Bauernverbände gegen ein grün geführtes Umwelt- und Landwirtschaftsministerium auf dem Magdeburger Domplatz teil, Landtagspräsident Hardy Güssau ließ sich einen Forderungskatalog der Landwirte überreichen. Die teilweise auch persönlich auf Transparenten angegriffenen Mimosen der Besserwisser-Partei sahen die Koalitionsverhandlungen deshalb schwer belastet. Fraktionsvize Ulrich Thomas brachte das Stichwort von einer CDU-geführten Minderheitsregierung in Umlauf. Kein Wunder, schließlich gingen seit Tagen Schreiben aus den Kreisverbänden ein, die ein Bündnis mit den Grünen ablehnten.

 

„Keine Experimente“ – so konnte man während des Wahlkampfes auf den Plakaten der CDU lesen. Doch wie beim Bundeskanzler Adenauer, von dem auch der Ausspruch „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!" überliefert ist, scheint man frühere Versprechen seitens des Ministerpräsidenten nicht allzu ernst zunehmen. Und so scheint die „Kenia-Koalition“ (nach den Farben der Flagge des ostafrikanischen Landes benannt) kaum noch zu verhindern sein. Für Rainer Haseloff stellt sie derzeit die einzige Option dar, um mit einer halbwegs stabilen Mehrheit weiter regieren zu können. Man könnte dieses Tun auch als „Machterhalt um jeden Preis“ beschreiben – aber gibt es jemanden, der anderes erwartet hätte? Selbst die Verteilung der Ministerposten ging nach drei Stunden des Feilschens erfolgreich über die Bühne.

 

Der Praxistest steht aber erst bevor. Die politische und finanzielle Krise der Europäischen Union oder weitere Zuwanderungs-Ströme könnten bald nach Lösungen verlangen, für die den Koalitionären nicht nur in Sachsen-Anhalt die Rezepte fehlen.