NPD-Landesverband Sachsen-Anhalt

30.12.2012

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Insel gibt nicht auf!

Von Michael Grunzel

Seit eineinhalb Jahren kommt das heute zu Stendal gehörende Altmarkdorf Insel nicht zur  Ruhe. Als sich im Sommer 2011 zwei in den achtziger Jahren verurteilte Serienvergewaltiger nach ihrer durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verfügten Freilassung aus der Sicherungsverwahrung in den 200-Seelen-Ort ansiedelten, sind große Teile der Dorfgemeinschaft in Aufruhr. Dies zu Recht, denn die beiden Sexualverbrecher gelten als nicht therapiert, und zumindest von einem der beiden ist bekannt, dass er kurz vor seiner Entlassung einräumte, er könne unter bestimmten Umständen erneut derartige Straftaten begehen. Seit dies bekannt wurde ist sich auch die Mehrheit der Inseler Bürgerinnen und Bürger darüber einig, dass von den beiden Schwerverbrechern immer noch eine erhebliche Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht.

Die Verantwortlichen aus Politik und Justiz sehen das anders. Für die Behörden geht eher eine Gefahr von den protestierenden Bürgern in Insel aus - und gefährdet sind ausschließlich die Kriminellen. Seit rund 18 Monaten parkt permanent mindestens ein besetztes Polizeifahrzeug vor dem Haus der Inseler “Neubürger”, die Einwohner des Ortes müssen sich mit Ausgehverboten, Hausarresten und diversen anderen Reglementierungen ihres Lebens bis in privateste Bereiche hinein auseinandersetzen. Zu den groteskesten Auswüchsen gehört beispielsweise die Auflage, dass die Hauptstraße des Ortes - sie führt nur wenige Meter am Haus der beiden Straftäter vorbei - nur noch durch Einzelpersonen passiert werden darf. Es müssen 15 Meter Abstand eingehalten werden. Für Familienspaziergänge gibt es seither Bußgeldbescheide! 

Und so richten sich die weiterhin in Insel stattfindenden Kundgebungen der Bürgerinnen und Bürger auch nicht mehr nur gegen die Anwesenheit der beiden Schwerverbrecher im Dorf, sondern ein kleines Stück weit auch gegen die staatlichen und vermutlich politisch angeordneten Schikanen durch die Polizei. So kann es nach Meinung von Susanne Weichert - sie ist eine der Initiatorinnen der Protestbewegung in Insel - nicht sein, dass eine friedlich durch den Ort laufende Bürgerin von der Polizei dazu gezwungen wird, ein Kleidungsstück abzulegen, nur weil auf ihm zu lesen war “Widerstand lässt sich nicht verbieten”. Seit sich die “Insulaner” weigerten, an einem von der sachsen-anhaltischen Landesregierung und dem Landtag inszenierten Pro-Sexualvebrecher-Halli-Galli teilzunehmen, stehen sie massiv im Focus der Polithasardeure vom Magdeburger Domplatz. 

Aufgeben werden die Altmärker indes nicht. Dies wurde auch am 29. Dezember klar, als sich Dorfgemeinschaft und Gäste für 2012 zum letzten Mal trafen, um gegen die unhaltbaren Zustände im Dorf zu demonstrieren und auf die unerträgliche Lage aufmerksam zu machen. “Wir machen auch 2013 weiter”, sagte Angela Henning dann auch folgerichtig in ihrer Auftaktansprache zur letzten Demo in diesem Jahr. Für nicht wenig weitere Verbitterung sorgt der jüngst bekannt gewordene Umstand, dass die beiden Straftäter - die übrigens auch in den zahlreichen behördlichen Auflagenschreiben so bezeichnet werden - weiterhin durch Mittel der öffentlichen Hand ausgehalten werden, obwohl ihnen inzwischen mehrere zehntausend Euro “Haftentschädigung” zugesprochen wurden. Aufgeklärt wurde inzwischen auch der Grund ihres Aufenthaltes in Insel.

Der Eigentümer des Gebäudes, in dem die beiden Zugezogenen leben, ein Tierarzt aus Baden-Württemberg, dessen Familie nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet wurde und der das Anwesen nach der Wende zurückerhielt, soll zur Unterbringung der beiden Haftentlassenen einer allein erziehenden Mutter mit fünf Kindern die Wohnung gekündigt haben. Sinn dieser höchst inhumanen Aktion ist nach Ansicht zahlreicher Inseler Bürgerinnen und Bürger von vorn herein die geplante Unterbringung der beiden Kriminellen gewesen. Doch auch hierbei handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um einen Akt der Nächstenliebe, sondern um ein knallhartes Geschäft. Immerhin sind durch die beiden “Neumieter” wesentlich höhere Einnahmen zu generieren, als durch eine allein erziehende Mutter mit fünf Kindern.

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