NPD-Landesverband Sachsen-Anhalt

25.01.2012

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Unter falscher Flagge? Ein Kommentar von Michael Grunzel

Zu dem in der Überschrift genannten Slogan hat vermutlich jeder seine eigene Vorstellung. Bei dem Begriff des “Unter falscher Flagge Segelns” denke ich immer zuerst an den US-Schauspieler Gregory Peck, der sich im Kostüm eines königlich-britischen Marinekapitäns unter der französischen Tricolore in den Hafen von La Teste einschleicht, um vier napoleonischen Kriegsschiffen den Garaus zu machen. Das filmische Hochseeabenteuer gehört zu meinen frühesten Flimmerkistenerinnerungen und segelt ob seines Titels “Des Königs Admiral” unter falscher Flagge, denn ein Admiral kommt in dem Film eigentlich gar nicht vor.

 Beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) hat man die Begrifflichkeit offensichtlich auch verinnerlicht, zumindest dann, wenn es um die Kombination von Schuldzuweisung und dem Hang zur Unwahrheit geht. Nach mehreren schweren Angriffen gegen die sachsen-anhaltische Polizei und einzelnen Beamten, bis hin zum versuchten Mord, wurde in der Nacht zum Mittwoch (25. Januar 2012) wieder ein Einsatzfahrzeug “von bislang unbekannten Tätern” in Brand gesetzt, diesmal in Halle-Neustadt. Nach dem Mordversuch vom 14. Januar, dem Brandanschlag auf das Dessauer Polizeirevier wenige Tage später und dem Großfeuer auf dem Ausstellungsgelände eines Magdeburger Autohauses am Montag dieser Woche, bei dem zwölf neue Streifenwagen zerstört wurden und ein Sachschaden von einer halben Million Euro entstand, ist dies nun der vierte - wenn auch vermutlich geringfügigste Vorfall - mit dem sich das Land Sachsen-Anhalt und seine Ordnungshüter konfrontiert sehen. 

Vor diesem Hintergrund kommen selbst die Öffentlichkeitsverdummer vom MDR nicht drum herum, über die Ereignisse zu berichten. Dies geschieht jedoch nicht im journalistischen Sinne durch Recherche, Dokumentation und Präsentation, sondern eher durch Weggucken, Verheimlichen und Lügen. So versuchte der Leipziger Sender nach dem jüngsten Brandanschlag tatsächlich, die Urheberschaft für die Tat nicht etwa bei den linken Chaoten zu verorten, sondern sucht sie nun vielmehr im rechten Spektrum. Zwar verstieg man sich nicht völlig in den Ausschluss einer linken Täterschaft, denn immerhin sprechen die in Tatortnähe vorgefundenen Farbschmierereien “Ouri Yalloh - Das war Mord” eine recht klare Sprache. Am Ende konnte es sich der Lügensender jedoch nicht verkneifen, dass hier natürlich auch “Rechtsextreme” unter falscher Flagge segeln könnten. 

Vielleicht waren es ja auch als Penner und Asoziale verkleidete “Neonazis”, die am 14. Januar versuchten, mit aus großer Höhe abgeworfener Betonplatten und Waschbecken Polizeibeamte zu ermorden. Und vielleicht sollte man den schwarzafrikanischen Messerstecher von Dessau einfach mal mit Wasser und Seife Bekanntschaft schließen lassen. “Neues vom Nazi-Neger” wäre dann eine passende Überschrift für nebulösen Nachrichten vom MDR.

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