Joseph Ackermann - Ein „Bankster“ nimmt seinen Hut
- Details
- Erstellt am Freitag, 01. Juni 2012 22:02
Von Thomas Grey
Gestern titelten sämtliche großen Zeitungen von der Verabschiedung Joseph Ackermanns bei der Deutschen Bank. Doch welche Rolle spielte Ackermann? Ackermann, der das Geldinstitut zehn Jahre führte, galt auch als Berater der Bundesregierung um Angela Merkel. Dass hier jedoch ein „Bock zum Gärtner“ gemacht wurde, erzählte man den deutschen Bürgerinnen und Bürgern nur hinter vorgehaltener Hand. Denn eines ist klar, ein Banklobbyist wie Ackermann arbeitete stets im Sinne seines Institutes und der dahinter aufgereihten Aktionäre. In seiner mit Millionen honorierten Funktion erzielte Ackermann den größten Coup, als er 2008 Kanzlerin Merkel dazu brachte, die Pleitebank „Hypo Real Estate“ (HRE) mit Steuermilliarden zu retten. Man erinnert sich, während für Kinder, Rentner, Kranke und andere Bedürftige angeblich kein Geld vorhanden war, machten Merkel und Co. über Nacht eine Bürgschaftssumme von 500 Milliarden Euro locker, von denen ein Großteil bereits eingelöst werden musste. Um hierzu eine Relation zu haben; die Bundesrepublik Deutschland nimmt im Jahr ca. 400 Milliarden an Steuern ein. Das bedeutet also, hätte die Merkelregierung diese Summe den deutschen Bürgern und der deutschen Wirtschaft zur Verfügung gestellt, hätten wir alle ein Jahr keine Steuern zahlen müssen.
Man kann sich gar nicht ausmalen, was das für die Binnenwirtschaft bedeutet hätte bzw. wie Konsum und Konjunktur beflügelt worden wären. Stattdessen wurden mit dem Geld der deutschen Steuerzahler Institute wie die Deutsche Bank gerettet - und der Arbeitsplatz von Joseph Ackermann. Immerhin pfeifen inzwischen die Spatzen von den Dächern, dass sich auch die Deutsche Bank an der HRE-Rettung gesund gestoßen hat. Statt Milliarden zu verlieren, konnte das Frankfurter Geldinstitut am Ende sogar noch einen Gewinn von 100 Millionen Euro verbuchen, wie beispielsweise auch der Radiosender MDR-INFO am 31. Mai 2012 berichtete. Somit ist klar, was man von Finanzberatern in Form eines Herrn Ackermann in den Reihen der Bundesregierung zu halten hat - und natürlich auch von der beratungssuchenden Bundesregierung selber. Man musste kein Finanzexperte sein, um dieses Spiel Ackermanns zu durchschauen. In Deutschland ist es jedoch inzwischen traurige Realität, logisches Denken bei Volksvertretern umsonst zu erwarten.
Dabei wird an solchen Beispielen besonders gravierend klar, warum jemand wie Joseph Ackermann 14 Millionen Euro im Jahr verdient - oder zumindest bekommt. Wer im Auftrag einer Bank und dessen Aktionären durch Panikmache bei der Regierung einen Milliardenverlust in einen Gewinn verwandelt, der ist eine solche „Entlohnung“ zweifellos wert. Allerdings hielt es Frau Merkel nicht für nötig, die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands zu fragen, ob sie das ähnlich sehen. Es hätte ja sein können, dass die Bürger mehr von guter Haushaltsführung verstehen, als eine neben sich stehende Kanzlerin. Tatsächlich gibt es in Europa ein Land, welches in vielerlei Hinsicht kaum als Vorbild taugt, in dem solche Spielchen aber ganz offensichtlich nicht funktionieren: Die Ukraine macht es Deutschland und Europa vor, wie schnell Politiker vom Schlage einer Mer..., pardon, einer Timoschenko dort landen wo sie hin gehören, wenn sie ihr Land und ihr Volk an die internationale Finanzmafia verschachern wollen. Bleibt zu hoffen, dass auch hierzulande die Menschen endlich aufwachen und die Wahrheit erkennen, statt weiterhin für Bankster und andere Schmarotzer zu arbeiten und zu zahlen!



